Frau Brumbolski, die Anderen und Ich

BrumbolskiHolger Böhme

Roman

2008, Broschur, 133 Seiten
ISBN 978-3-940116-12-3
11,00 €

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Leseprobe
… Wir sollten alle Lehrer werden. Wer nicht Lehrer werden wollte, sollte Offizier werden. Es sei denn, er war weiblichen Geschlechts. In einer Freistunde mussten wir in ein Formular unseren Berufswunsch eintragen. Ich schrieb „Berufsberater“. Da wurde ich angebrüllt. Es gab noch andere Ungerechtigkeiten. Auch solche, für die man ein scharfes Auge brauchte. Eines schönen Tages fuhr ich mit Thomas Löschig mit der Straßenbahnlinie 4. Am Fetscherplatz sahen wir ein Paar Füße aus dem Gebüsch ragen. Sie gehörten einem Betrunkenen. Später trugen wir ihn aus Mitleid, wussten aber nicht wohin. Im Großen Garten begegneten wir zwei Polizisten. „Fallen lassen!“ sagte der eine. „Wir reden in ganzen Sätzen!“ sagte Thomas Löschig. „Schnauze!“ sagte der andere. Aus dem Gebüsch beobachteten wir, wie sie dem Mann Geld aus der Tasche nahmen und einsteckten. „So viel zu deinem Freund und Helfen“, sagte Thomas Löschig. Im Hof bei den Garagen saß noch immer der Sohn des proletarischen Schlossers. Er reparierte Autos und hatte einen kleinen Hund. Beides schwarz. Der Hund hieß Schnuffi. „Na, du altes Säckel“, sagte der Sohn des proletarischen Schlossers. „Wau“, sagte der Hund. Der Sohn des proletarischen Schlossers sagte auch: „Prost, du Pfeiffe.“ …